Them Crooked Vultures – Them Crooked Vultures

them-crooked-vultures_coverSupergroups bieten schon per Definition die perfekte Vorlage zur Polarisierung. Während die Einen allein aufgrund der Konstellation verschiedener, hoch bekannter Künstler feuchte Höschen bekommen und das Album schon im Vorfeld – ohne auch nur jemals einen Fetzen davon gehört zu haben – zum Album des Jahres erklären, findet die andere Hälfte den aufkommenden Hype per se scheiße und spricht dem Ergebnis der musikalischen Zusammenarbeit – ebenfalls schon im Vorfeld – die Relevanz ab. Bei Them Crooked Vultures ist das natürlich nicht anders: Josh Homme (Queens Of The Stone Age, Kyuss), Dave Grohl (Foo Fighters, Nirvana), John Paul Smith (Led Zeppelin)! Allein diese drei Namen bieten genug Stoff für Geschichten und Spekulationen oder eben auch eine perfekte Angriffsfläche.

Selbst diejenigen unter den selbsternannten Kritikern, die mit dem unbedingten Willen zur Objektivität angetreten sind, werden schnell merken, dass die Erwartungshaltung ein kaum zu kontrollierendes Monster ist, welches den Verstand beständig zu penetrieren versucht. Da fällt natürlich fast schon mit dem ersten Ton der Platte auf, dass hier drei außergewöhnliche Musiker zusammenarbeiten, das Ergebnis jedoch in weiten Teilen “nur” nach einer weiteren Queens Of The Stone Age Platte klingt. Kann das wirklich ein Kritikpunkt sein, wo doch Queens Of The Stone Age schon seit Jahren Everybody’s Darling sind? Und da ist sie wieder: Die Erwartungshaltung. Eine Zusammenarbeit zwischen drei dermaßen exponierten Musikern muss nach mehr klingen, muss ein Meilenstein sein, muss Grenzen sprengen oder sie zumindest überwinden! Oder doch nicht? Werden wir damit der eigentlichen Musik überhaupt noch gerecht oder messen wir nur noch anhand des Bekanntheitsgrades?

Eine knifflige Situation, denn natürlich muss sich ein Band bzw. deren Musiker immer auch an ihrem bisherigen Kunst- und Lebenswerk, ihrem Backkatalog messen lassen. Und ebenso natürlich ist es auch, wenn mit steigendem Erfolg, mit immer besseren Alben, immer größeren Tourneen auch die Erwartungshaltung steigt. Nicht nur die der Kritiker, sondern auch die der Fans. Doch sind wir mal ehrlich: Them Crooked Vultures haben noch keine Bemessungsgrundlage geschaffen, die uns ein solches Urteil erlaubt. Unter objektiven Gesichtspunkten betrachtet ist es doch mehr als unfair, die Einzelwerke der Künstler einfach zu addieren und daraus einen übergroßen Leistungsanspruch zu generieren. Oder ist das durchaus legitim, da Musik größtenteils auf der emotionalen Schiene abläuft?

Und da ist sie auch schon die Emotionalität, die nach den ersten drei soliden Songs anfängt zu schreien: “Das ist alles? Mehr habt ihr nicht zu bieten?” Die Songs sind ordentlich, aber wer will das von Homme, Grohl und Smith hören? Wo ist da die musikalische und künstlerische Relevanz? Aber halt, wir wollten doch nicht zu emotional reagieren. Und siehe da, die Songs werden besser, je öfter man sie hört. Wer bereit ist, seine ursprüngliche Erwartungshaltung mit jedem weiteren Hördurchgang noch ein Stückchen mehr über Bord zu werfen, der wird belohnt und bekommt ein gepimptes Queens Of The Stone Age Album mit einigen neuen Facetten. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Und wer nach den ersten drei Songs im Affekt nicht schon enttäuscht abgeschaltet hat, der wird belohnt werden. Die Highlights kommen spät, aber sie kommen. Wirkliche Nieten gibt es sowieso keine. Hatte auch keiner ernsthaft erwartet, oder?! Zugegeben, nicht jeder Song geht sofort ins Ohr bzw. in die Beine, aber das haben auch nur die hoffnungslosen Optimisten unter uns erwartet. Them Crooked Vultures liefern damit ein wirklich überzeugendes Stoner Rock Album ab, dass mit einigen interessanten musikalischen Aspekten aufwarten kann. Und dennoch ist da immer noch diese Stimme im Hinterkopf, die mir einzureden versucht, dass da mehr möglich war…

Bewertung: ★★★★★★☆☆☆☆

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1 Kommentar

    hm, ich hätte so gerne, dass es mir gefällt, da ich die musikaer an sich klasse finde – aber dieses album zündet bei mir einfach nicht.

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