Johnny Cash – American VI: Ain’t no grave
Es ist die letzte Reise des Johnny Cash, ein letztes Mal wandelt er unter uns: mit seinem finalen Album „Ain’t no grave“. Die Auferstehung der vor 7 Jahren verstorbenen Countrylegende beginnt wuchtig. Einem Totentanz gleich, einer Zeremonie, die eigens für ihn nochmals zusammengerufen wurde, steigt er aus seinem Grab hinaus: „ain’t no grave that can hold me down“. Unaufhaltbar folgt Cash seinem finalen Weg auf den irdischen Pfaden. Die Glocke des Openers „Ain’t No Grave“ ertönt, alles scheint für den letzten Gang bereit. Nicht minder intensiv geht es weiter, doch bereits beim zweiten Song teilt uns Cash mit, dass diese Reise sehr schnell wieder beendet sein wird, er sagt uns sein Ziel, noch bevor er richtig unterwegs ist: „there’s a train that’s heading straight for heavens gate“. Da ist sein Ziel, dahin will er zurück, und er weiß, dass er es schaffen wird.
So genießt der Reisende anschließend mit etwas aufgelockerten Melodien seinen Weg, doch bleiben die Texte intensiv. So beginnt „I Corinthians 15:55“ mit den Worten „death, where is thy victory?“ und so zeigt uns Cash, dass der Tod zwar auch hier sein ständiger Begleiter sein mag, doch ein Begleiter, den er schon lange überwunden hat. So fährt er auf seinem Weg fort, und die Songs beginnen in der Mitte, ihre Kraft ein wenig zu verlieren. Die Intensität des Beginns ist verflogen, eine Entspannung tritt ein, Cash wirkt müde. Die Erfrischung mit „Cool Water“ kommt gerade zur rechten Zeit, und schließlich ist Johnny am Ende angekommen. Doch kein letztes Aufbäumen, kein dramatischer Text gepaart mit einer vor Moll überschäumenden Melodik: Mit dem zutiefst entspannten und sehr an Strandmusik erinnernden, stoischen „Aloha Oe“ singt sich Cash selbst wieder in seinen letzten Schlaf, in dem er nun endgültig und für immer ruhen wird.
Bewertung: 














Starkes Review. Und ich bin ganz deiner Meinung, Dave!